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Wie man Menschen auf den Krieg vorbereitet

Gefährliches Vokabular

Auszug von Seite 2 der „Am Sonntag“ vom 28. Januar 2018; Screenshot vom 29. Januar, 7:43 Uhr

Ich denke in Bildern; es ist die Sprache, die diese Bilder beschreibt.

Wer die Sprache besetzt, der besetzt das Denken, der zeigt mir die Bilder, die ich denken soll, der macht mich so zu seinem Junkie.

Zeitungen und ihre Redaktionen sind die Zuhälter, die Dealer, die Invasoren unseres Denkens; sie kauen uns vor, beten uns vor, was wir wie denken sollen. Gegen diesen Sog setzt kaum jemand sich zur Wehr. „Aber es stand doch in der Zeitung!“, heißt es, als ob damit alles gesagt sei – vor allem „die Wahrheit“.

Aber Wahrheit ist ein geschmeidiges Gut.

Hubschrauber töten Verbündete, lautet die Überschrift. Sie ist falsch.

Wenn etwas falsch ist, ist es nicht wahr. Wenn das Falsche bewusst geschrieben oder gesagt wird, ist es eine Lüge.

Zur Lüge gesellt sich in diesem Artikel noch die Verletzung journalistischer Sorgfalt: Es fehlt die Quelle.

Zusammenfassung

Der Redakteur, der es in seinem Artikel zulässt, dass „Hubschrauber“ Menschen töten, macht auch den Stock verantwortlich, mit dem er seine Kinder prügelt.

Der Redakteur, der fälschlicherweise schreibt statt fälschlich, ist die Butter nicht wert, die er sich zum Brot gönnt.

Er, der Redakteur, macht sich zum Handlanger der Kriegstreiber, und ich bin mir sicher, das ist ihm nicht einmal bewusst – nein, es unterläuft ihm einfach, weil er sein Hirn nicht nutzt, weil er (siehe oben) das Bild nicht vor Augen hat, wie ein Hubschrauber tötet. Er, der Redakteur, lässt denken, er denkt nicht selbst.

Das aber ist doch eigentlich das, wofür er ein Gehalt bezieht, der Redakteur: fürs Denken.

Wenn mir einer vordenkt, dass Maschinen selbständig töten, eigenständig Krieg führen ohne Menschen, die die Maschine bedienen, dann agiert er als Demagoge, dann hetzt er, denn er will mir einreden, nicht Menschen töteten, sondern Maschinen. Wie in Terminator, dem Film mit Arnold Schwarzenegger über den Kampf der Maschinen gegen die Menschheit.

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ja, die vielen ungenutzten Gehirne, manchmal nicht auszuhalten. Schöne Grüße

  2. Liebe Grüße zurück und besten Dank für den Kommentar!

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