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Passauer Neue Presse: Steinzeitverhalten der PNP

Ach, diese PNP, diese Passauer Neue Nachrichten! Gestern haben sie einen Kurzbeitrag über die Anonymen Alkoholiker in Pfarrkirchen veröffentlicht, dessen journalistischer Wert und Gehalt aus meiner Sicht gegen 0 tendiert.

Daraufhin habe ich im Kommentar auf meine eigene Reportage über die Passauer Sektion der AA aufmerksam gemacht – und da haben sie den Kommentar gelöscht. Ohne Begründung oder Hinweis an mich – wie das halt so üblich ist.

Bevor jetzt einer glaubt, ich wittere Zensur oder einen Angriff auf die Pressefreiheit: Ganz so blöde bin ich nicht, tut mir leid.

Es zeigt mir nur mindestens zweierlei (und ganz zum Schluss, also bitte weiterlesen, verrate ich, warum ich das überhaupt öffentlich mache):

Erstens: auf der persönlichen Ebene.

Eine Kommentar-Spalte zu betreuen ist nicht immer leicht. Vielleicht gestaltet man sich seine Aufgabe deshalb gerne leichter und wetzt lieber die Delete-Taste statt den Verstand, den man als Volontär oder Redakteur zumindest rudimentär besitzen sollte, um solcherlei Macht gerecht zu werden. Doch bei Lichte betrachtet: Ist es nicht viel mehr nur ein „Mächtchen“, wenn man mit dem Radiergummi durch die Lesezuschriften hecheln und darüber bestimmen darf, welche Publikumsbotschaft an die Öffentlichkeit gerät?

Zweitens: auf der Sachebene.

Da hat jemand in der Redaktion nicht kapiert, dass mein Link ein Angebot nennt, von dem der Alkoholiker weiß, wie hilfreich es ist. Die Löschung des Links, des Kommentars scheint mir ein Verhalten wie aus der Steinzeit der digitalen Ära. Es verrät mehr über die Geisteshaltung des Mitarbeiters, als dieser vielleicht wahrhaben will. Oder aber, und das kann ich nun nicht ausschließen, es gilt „par or­d­re du muf­ti“, dass alles gelöscht wird an Links, was nicht auf eigene Artikel hinweist. Was nicht sonderlich souverän wäre, also auf Gelassenheit und Entspanntheit hindeute.

Un nun komme ich darauf, warum ich diese Petitesse überhaupt erwähne:

Heute Abend, Freitag, 25. September 2015, spricht Ernst Fuchs, der Chefredakteur der PNP, in Asbach zum Thema „Medienwandel der Heimatzeitung“. Und ich frage mich gerade, warum ich schon heute Morgen, in aller Herrgottsfrüh, so heftig lachen muss.

Euch allen einen schönen Tag!

Das ist dann (natürlich?) auch verschwunden:

Screenshot aus PNP-online vom 25. September 2015, um 7.52 Uhr

Screenshot aus PNP-online vom 25. September 2015, um 7.52 Uhr

Screenshot aus PNP-online vom 25. September 2015, um 7.52 Uhr

Und schließlich noch der Link zu meiner Reportage über die Passauer Anonymen Alkoholiker und zum fortgesetzten Steinzeitverhalten der PNP in Sachen Kommentare.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Man könnte das Getue dieses „Herrn über die Kommentare“ in der PNP leicht beenden
    und versuchen so viele Abonnenten wie möglich dazu zu bringen zu kündigen.
    Leider würde man sich dann auf die gleiche geistige Stufe stellen aber es ist sicher die einzige Möglichkeit die völlig überzogenen Zensuren zu beenden.
    Es ist ja schon lange bekannt das in dieser Tageszeitung nur Kommentare veröffentlicht werden die „passen“.

  2. Ich liege ja nicht im Krieg mit denen aus der Sperrwies. Auch lässt mich deren Umgang mit Kommentaren halbwegs kalt – ok, das war jetzt ein kleines bisschen geschummelt. Aber:

    Mir scheint symptomatisch, was hier passiert ist: Stellen wir uns einen Redakteur vor oder einen Volontär, dessen Hauptaufgabe es ist, die Kommentare zu verfolgen und freizugeben oder auch nicht. Das ist, anders können wir das nicht verstehen, Macht pur. Wenn auch ein erbärmlich kleines Stückchen Macht.

    Macht aber muss „gefüllt“, muss gelebt werden, sonst entsteht, fürchten die Machtinhaber, ein Vakuum. Also üben sie Macht aus und zensieren. Erst in der Zensur wird sichtbar, dass es ihn gibt, den Redakteur, die Redakteurin, den Volontär. Erst in der Zensur wird er lebendig, und erst in der Zensur kann er dem Arbeitgeber seine Daseinsberechtigung nachweisen. Glaubt er zumindest. Und so zensiert er, was das Zeugs hält, und wo gehobelt wird, fallen Späne, und wo der Splitter nicht reicht, wird auch mal der Balken ins Auge gestoßen.

    Was für ein armseliges Dasein, nicht wahr?

    Herzlichen Dank für Ihre Anmerkung, für Ihren Kommentar, naguad!

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