Quelle: Bahnfahren in Bayern wird teurer und besser

Pendler stehen … mehr, steht in der Online-Ausgabe der Tageszeitung Passauer Neue Presse (PNP). Klingt seltsam? Und ob! Falsch ist es obendrein.

Falsch 1: Ich habe mich verlesen. Der Satz lautet komplett: „… Pendler stehen … mehr Sitzplätze zur Verfügung.“ Also eine Verbesserung für die Pendler.

Falsch 2: Pendler stehen … mehr. Dieser Satzanfang lenkt meine Erwartung in Richtung: „Welchen Blödsinn leistet sich die Bahn jetzt schon wieder?“ Ich kann gar nicht anders! Das Subjekt Pendler und das Prädikat stehen gestatten keinen Spielraum der Interpretation. Erst am Ende des Satzes entschlüsselt sich der Sinn, erst jetzt ahnt der Leser die Botschaft: Mehr Sitzplätze stehen zur Verfügung. Doch es bleibt ein ungutes Gefühl, ein Grummeln im Hirn. Die Ursache: eine falsche Grammatik.

Falsch 3: Die falsche Grammatik. Wem stehen die Sitzplätze zur Verfügung? Richtig: den Pendlern! Statt Pendler muss es also heißen: Pendlern.

Fazit

Screenshot; aufgenommen am 9.12.2016 um 16.38 Uhr von http://bit.ly/PNP-Grammatikschwäche
Screenshot; aufgenommen am 9.12.2016 um 16.38 Uhr von http://bit.ly/PNP-Grammatikschwäche

Geht es auch besser?

Zunehmend kürzer, zunehmend leichter und rascher zu verstehen. Das ist doch schon mal was.

Warum aber leichter und rascher? Weil der Ursprungssatz Fragen erzwingt und noch mehr Rätsel gibt:

Nochmal: Wer so schreibt, wer seine Leser nicht liebt, sollte nicht schreiben.

2 Kommentare

  1. Merkt man das?

    Mal ernsthaft: Ich bin dankbar für das, was die PNP tut. Sie liefert mir Material für meinen Job. Demnächst, so der Plan, schaue ich mir mal an, was die Autotester so schreiben.

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