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Thomas Fischer. Ein Vorbild

Das Verderbliche an Vorbildern aller Art ist ja nicht, dass sie sich zu Idolen wandeln, nein, das ist es nicht. Es ist viel einfacher.

Wir heften Übermenschen die Orden an mit listiger Absicht:

Angesichts ihrer Größe sollen wir selbst scheitern dürfen. Im Großen sowieso, erst recht aber im Kleinen. So wie wir uns ja auch zufrieden geben mit einer Buße von zehn Ave Maria, wenn wir monströse Taten begangen haben, zum Beispiel den Abstecher ins Außereheliche oder den Schlag ins Angesicht unserer Kinder.

Mahatma Ghandi, Martin Luther King und Nelson Mandela auf der männlichen Seite und Sophie Scholl, Greta Thunberg oder Aung San Suu Kyi auf der weiblichen sind so weit von unserer eigenen Moralkompetenz entfernt, dass der Weg zum Mond uns im Vergleich federleicht zu bewältigen scheint ganz so wie der Familienausflug zur Waldgastschänke am Sonntagnachmittag, wo wir uns laben bei Malzbier und Berliner Weiße.

Warum ich das schreibe: Thomas Fischer hat mal wieder zugeschlagen. Und, Gott sei’s geklagt, er ist mir Vorbild in Denken, Empfinden und Formulieren – gerade weil mein Können einen Mondtrip weit entfernt ist von seinem. Also quasi nur einen Sonntagsnachmittagsspaziergang lang.

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/jugendkriminalitaet-kinder-als-opfer-kinder-als-taeter-kolumne-a-1277722.html

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