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Verschiebt sich da was? Vom falschen Genus

So schreibt’s die FAZ: „Die Jazz-Welt trauert um eines seiner großen Talente …“

Und weil sie’s so schreibt, beklagt Ernst Hofacker nachlassende Deutschkenntnisse bei der FAZ. In diesem Fall sicherlich mit Recht.

Falsches Genus: in Zukunft tolerabel?

Ich kann nicht beurteilen, ob die bei der FAZ nun dümmer werden oder nicht – man selbst begeht ja auch den einen oder anderen Fehler; allerdings keimt ein Verdacht, eine Befürchtung, dass der Fehler des falschen Genus (die Welt müsste um eines ihrer großen Talente trauern) ein zwar bloß aus Nachlässigkeit und Schludrigkeit erwachsenes Produkt ist, doch eines, das sich seinen Weg in die Welt bahnt, nachdrücklich, steter Tropfen; das sich einzunisten beginnt und damit irgendwann einmal von Duden wohlwollend als „möglich“ akzeptiert wird.*

Dieser Lapsus des falschen Genus hat das Zeugs zu einem Dauerbrenner. Er sieht harmlos aus, erstens; und er verbirgt sich, zweitens, sehr geschickt, denn immer (na gut: beinahe immer) steht er in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Substantiv, welches das falsche Genus camoufliert. Siehe oben: das Talent.

Die Welt trauert um eines seiner Talente. Wenn Schreibende den Raum nicht mehr überblicken, den sie nutzen; wenn sie keine vier Worte zurückdenken, vier kleine Partikel nicht mehr mithören können, dann haben sie ein Problem, das ich gerne ADS nennen möchte: Ihre Aufmerksamkeit ist defizitär.

Mehr zum falschen Genus –> Klick!

* Heute Morgen, als ich die PNP las, lief mir dort das Verb „attraktivieren“ vors Auge. Das Wort finde ich so wenig attraktiv wie die Aussicht auf die Genehmigung des falschen Genus durch Duden.

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