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Aus der Praxis eines Korrektors

Neulich hat mich einer angerempelt.

In einem Gästebuch hatte ich meine Ansicht kundgetan auf nicht ganz dudenkonforme Weise, und ein anonymer Heckenschütze feuerte ironische Kommentare ab: Er machte sich lustig und goss Spott aus über den „ach, so kompetenten Korrektor“. Ich fand’s etwas kleinkariert.

Doch geschenkt. Wessen Arbeit darin besteht, die Arbeit anderer zu korrigieren, muss damit rechnen, selbst gerügt zu werden. Eine andere Frage ist, ob Facebook oder ein Gästebuch der richtige Ort sind für Häme; ich bilde mir immer ein, dort könnte man etwas entspannter sein. Aber eigentlich wollte ich ja über einen Fall aus meiner täglichen Praxis berichten.

Ich kann mich in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch verständigen.

So steht’s in einem Bewerbungsbrief, den mir ein Kunde geschickt hat. Hast du den Fehler entdeckt? Ich gebe zu: Mir ist er erst beim zweiten Lesen aufgefallen, und du hättest sehen sollen, wie mir in dem Moment die Schamesröte ins Gesicht schoss. Aber: Immerhin lese ich ein zweites Mal – genau aus diesem Grund! Weil ich Dinge übersehe. Und ich vermute, das geht mir nicht allein so. Irgendwie müssen die Fehlerteufel ja die Schlupflöcher in die Manuskripte und Texte und Romane finden!

So kann’s also passieren!

PS: Ich bevorzuge übrigens das Wort „verbessern“. Aber danach sucht keiner bei Google, um Texte „korrigieren“ zu lassen. Das Suchwort heißt „Rechtschreibung prüfen“ – und das ist doch wohlwollend neutral, nicht wahr?

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