‚Weil‘ ist eine kausale Konjunktion (ein Wort, das verbindet). Es leitet die in einem Nebensatz gegebene Begründung ein: „Ich kann heute nicht zur Arbeit gehen, weil ich noch Fieber habe.“

Früher galt das auch für das Wort ‚nachdem‘: „Nachdem ich noch Fieber habe, kann ich heute nicht zur Arbeit gehen.“ Das aber wird heute als nicht mehr standardsprachlich aufgefasst. Nur noch in Regionen Süddeutschlands findet sich der Einsatz von nachdem als einleitende Konjunktion – weil jedoch ist stärker.

Wie man‘s nicht machen sollte

Dreizehnzeiler in der PNP vom 3. April 2010: „Nachdem im Jahr 2009 die nicht angepasste Geschwindigkeit wieder zu den Hauptunfallursachen im Wegscheider Land zählte, führte die Polizeiinspektion Hauzenberg in Zusammenarbeit mit Kräften der Verkehrspolizeiinspektion Passau und dem Einsatzzug Passau Geschwindigkeitsmessungen im Bereich Hauzenberg/Wegscheid durch.“ Drei Einwände gegen diese Meldung.

Wie man‘s besser machen kann

„Auf den Straßen im Wegscheider Land wurde auch 2009 zu schnell gefahren. Weil zu hohes Tempo verantwortlich ist für die meisten Unfälle, kontrollierten Beamte der Polizei Hauzenberg und Passau die Geschwindigkeit der Autofahrer in der Region Hauzenberg/Wegscheid.“ Fünfzig Zeichen kürzer, knapp eineinhalb Zeilen Platzgewinn! Dazu lesbarer, leichter verständlich, weil der Monstersatz zertrümmert und die Information in kleineren Päckchen serviert wird.

Etwa so sollte man schreiben, wenn man den Leser vor Augen hat, den man erreichen will!

Viel Spaß – und eine gute Zeit!

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