Fehler passieren, das weiß man auch bei ZEIT-online. Dort gibt es eine Rubrik mit manchmal kniffligen Fällen zur deutschen Rechtschreibung, zur Grammatik, zu Fragen der Verständlichkeit. Und behauptet wird im ersten Satz:
Ehe ein Satz im ZEITmagazin oder in der ZEIT gedruckt wird oder bei ZEIT ONLINE erscheint, kommt er ins Korrektorat.
Ein Irrtum, wie ich meine. Beim folgenden Fund treffen so gravierende Fehler aufeinander, dass sich die Frage stellt, ob die Zeit nicht größere Sorgfalt walten lassen könnte bei der Auswahl ihrer Praktikanten?
Ich manipuliere wen? Mein Gegenüber. „Gegenüber“ ist sächlich: das Gegenüber. Richtig also wäre gewesen: Sie wollen Ihr Gegenüber manipulieren?
Screenshot vom 17. Februar 2015; aufgenommen 8.58 Uhr bei Zeit-online
Wieso eigentlich ein Screenshot und kein Link???
Traurig, traurig! Das ist wirklich ein Offenbarungseid für ein solches Blatt. Man muss zwar sicher unterscheiden zwischen einer gewissen lässigen Sprachpraxis oder Tatsachen wie Urban Slang, die es immer geben wird, auf der einen Seite und einer schleichenden Sprachverhunzung auf der anderen. Ich finde auch das Hin und Her, das Dranhalten an die neue Rechtschreibung oder nicht von großen Zeitungen fragwürdig, denn da wird die großartige Idee von Konrad Duden wieder rückgängig gemacht.
Screenshot statt Link ist deswegen besser, weil der „Fehler“ möglicherweise (hopefully?) korrigiert wird und in der aktualisierten Form nicht mehr nachvollziehbar ist. Meinen Screenshot hingegen wird niemand ändern.
Danke für deine Frage, Renate!
Liebe Frau Berg, haben Sie herzlichen Dank für Ihren Beitrag.
Seltsamerweise meldet mir mein Blog-System nicht mehr, wenn ein Kommentar aufgetaucht ist, deswegen habe ich leider erst jetzt, vier Wochen nach Ihrem Eintrag, gesehen, dass sie geschrieben haben. Ich bitte um Nachsicht.