Ich habe Mist gebaut und wurde darauf aufmerksam gemacht. Unangenehm, aber so etwas passiert den, wie es so schön heißt, Besten unter uns. Hier nun die Erklärung für meinen Fehler: warum die Vergangenheitsform von „hängen“ das eine mal „hing“ lauten muss und im anderen Fall „hängte“.

Die unterschiedlichen Verbarten

Man unterscheidet drei Arten von Verben

Es gibt Tätigkeitsverben, die ein Akkusativobjekt nach sich ziehen (können): „Ich male ein Bild.“ Diese Verben nennt man transitive Verben (zielende Verben): Sie zielen auf ein Objekt (das Bild), und von ihnen lässt sich ein persönliches Passiv bilden: Das Bild wird gemalt.

Das persönliche Passiv

Verben, die kein persönliches Passiv bilden können, heißen intransitive Verben: „Ich werde gekämpft“ macht keinen Sinn, wenn der Aktivsatz heißt: „Ich kämpfe“.

Das Verb „bekämpfen“ hingegen ist ein transitives Verb: Es erzwingt förmlich das Akkusativobjekt. „Ich bekämpfe meinen Schweinehund“ – „Mein Schweinehund wird bekämpft“.

Transitiv – intransitiv
Regelmäßige und unregelmäßige Konjugation

„Hängen“ gibt es als Zustandsverb und als Tätigkeitsverb: „Das Bild hängt an der Wand“ ist ein Zustand. „Ich hänge meinen Beruf an den Nagel“ ist eine Tätigkeit, und nur Tätigkeitsverben sind transitiv, nur Tätigkeitsverben machen aus dem Akkusativobjekt des Aktivsatzes („meinen Beruf“) das Subjekt des persönlichen Passivs: „Mein Beruf wurde an den Nagel gehängt.“

Wie du siehst, wird das Verb „hängen“ sowohl transitiv als auch intransitiv verwendet, zumindest in der Präsensform, also in der Gegenwart.

Beim Verb „hängen“ tritt eine weitere Unterscheidungsform hinzu: die der unregelmäßigen und die der regelmäßigen Konjugation (Beugung). Diese Unterscheidung bereitet oft Schwierigkeiten.

Fazit

… und Nachtrag

Die Todesstrafe „Hängen“ ist ein transitives, regelmäßig gebeugtes Verb. Ein Passiv kann gebildet werden (na, und wie die Betroffenen leiden!):

Auch wenn’s altertümlich klingen oder aussehen mag: In diesem Fall würde ich aber immer auf die Ableitung zugreifen: Der Henker henkt. Er henkte. Und er hat gehenkt. (Hat auch den „Vorzug“ des harten „k“, das ich für angemessener hielte bei der Todesstrafe als das weiche „g“.)

Und noch eine schöne Geschichte: In Edinburgh gibt es eine Kneipe direkt neben dem nicht mehr im Gebrauch befindlichen Hinrichtungsplatz. Sie heißt sinniger- und doppelsinnigerweise: The last drop!

last-drop

Viel Spaß – und eine gute Zeit!

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