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Aber nichts ist für immer

Dieter Pfaff ist am vergangenen Dienstag (11. März 2013) im Alter von 65 Jahren gestorben. Zum Star wurde er als sensibler und glaubwürdiger Charakterdarsteller, der seine Rollen lebt anstatt sie nur zu spielen – „emotionalen Hochleistungssport“ hat er das einmal der taz gegenüber genannt (taz vom 17.4.2012). Ich habe ihn gern gesehen.

Unreflektierter Nonsense

Weniger gern lese ich hingegen, was in diesem Zusammenhang so geschrieben steht. Auf Facebook habe ich folgenden Kommentar gefunden:

„So schade, es trifft meist immer die Besten.“

Ehrlich: Ich verstehe das nicht. Erstens halte ich die Aussage des Spruchs für ziemlich bescheuert; sie klingt, als ob es die weniger Guten nicht „träfe“ oder, schlimmer noch, als ob die Besten unter uns ein wie auch immer geartetes Recht auf Nichtgetroffenheit besäßen.

Zweitens halte ich die Konstruktion „meist(ens) immer“ für Quark.

Entweder ist etwas nur ausnahmsweise der Fall oder selten oder manchmal oder meistens. Wenn das Ereignis immer stattfindet, findet es immer statt, ohne Ausnahme. Was also darf ich mir unter dem Zwitter meist immer, unter dieser rhetorischen Sägezahnkurve vorstellen?

Ich weiß es nicht und wünsche deshalb vorsichtshalber

viel Spaß – und eine meist immer gute Zeit!

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