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Idyll und Idylle – ein Unterschied

Aus meiner kleinen Serie: Was gerne mal falsch gemacht wird

Wann spricht man von einer Idylle? Viel zu oft – und viel zu oft auch falsch:

Die Idylle ist die Beschreibung eines Idylls.

Was also als Idylle bezeichnet wird, ist sehr, sehr oft in Wahrheit ein Idyll!

Mehr Zweifelsfälle

In meinem Blog findest du Beispiele zu Wörtern, die gerne verwechselt werden.

 

 

 

Viel Spaß – und eine idyllische Zeit!

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Also doch! Vor vielen, vielen Jahren wurde ich auf diesen kleinen Unterschied aufmerksam gemacht. Seither unterscheide ich Idyll und Idylle.

    Seit einigen Jahren zweifle ich an diesem „Wissen“. Niemand sonst schien diesen Unterschied zu kennen. Jedenfalls niemand, den ich fragte. Unfug also, was ich jahrelang praktizierte? Und mit dem mir innewohnenden Hang zur Besserwisserei andere Menschen schulmeisterte? Zu meinem Plaisir, zum Leidwesen der Betroffenen.

    Also, es gibt ihn doch, den kleinen Unterschied zwischen Idyll und Idylle. Weiterhin kann ich damit schulmeistern. Immerhin werde ich bemüht sein, dieses kleine Hobby und gleichzeitig großes Laster in Zukunft nicht mehr ganz so penetrant zu betreiben.

  2. Halte ein, mein lieber Paul, halte ein! Es gibt ihn, den Unterschied. Und ich bin stolz, ihn zu kennen. Wie ich ihn kennenlernte, den Unterschied? Wie ich ihm begegnete? Das ist beinahe dreißig Jahre her …

    Ich saß in einer nur selten säglichen, meist aber unsäglichen Verlagsredaktion am nördlichen Rand Münchens im Schnittpunkt von Redaktionszimmer und elend langem Flur, blickte über den Atari und seufzte. Mit Sicherheit würde bald einer seiner Zornesausbrüche erfolgen, dachte ich – MiB, Deutschlands jüngster Chefredakteur, hatte so seine Anwandlungen, und die Eruption war längst überfällig. Schräg gegenüber kuschelte sich der Honda-Civic-Fahrer in den Sessel, aufgemotzt wie seine Karre mit Lederlenkrad, und flüsterte in den Hörer; wir wussten nie, mit wem er sprach, was ich aber wusste: WK verdiente sich sein Brot im Schweiße meines Angesichts, WK war fleischgewordener Beweis der tiefen Erkenntnis: „Was Deutschland und Österreich trennt, ist die gemeinsame Sprache.“

    Und schließlich gab es noch den bewunderten, vielseitigen Kollegen, den mit Eifersucht zu mögen gar nicht schwer fiel, denn er war brillant, gewitzt, freundlich, konziliant, verbindlich und stand mit jedem auf gut Fuß (nur mit einem der Freien hat er sich siezen müssen: RB, der später ein Buch geschrieben hat über seinen siegreichen Kampf gegen den Krebs, war ein rechtes Arschloch). Und eines Tages wandte sich dieser PE mit der Frage an mich, ob ich den Unterschied zwischen Idyll und Idylle kenne. Allein die Frage hat mich beschämt, hat sie mir doch mit einem Ruck gezeigt, wie wenig ich um die Sprache wusste, die ich da tagtäglich belästigte und derer ich mich bediente. Es war ein erhellender Akt, und allein dafür hat sich die Malaise gelohnt, die das Arbeiten in der Detmoldstraße bedeutete. Ich bin ihm dankbar, dem PE.

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