Headlines: Klar und wahr sollen sie sein
Quelle: Mann mit Hund bedroht Zeitungsausträger mit Messer – Zeugenaufruf Kann mir bitte mal jemand erklären: Warum ist ein Zeitungsausträger mit dem Messer unterwegs? Warum hält das die PNP für so bemerkenswert, dass sie es sogar in der Headline unterbringt? Was hat es auf sich mit dem durch Gedankenstrich abgetrennten und nachklappernden „Zeugenaufruf“? Hinweise entweder […]
AmSonntag-Redakteur fällt durch Einbürgerungstest
… wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Jeder Lkw-Fahrer muss ab einem gewissen Alter seine Fahrtauglichkeit nachweisen; jeder Busfahrer ebenfalls, von Busfahrern und Piloten einmal ganz zu schweigen. Wer die deutsche Staatsangehörigkeit beantragt, muss den Einbürgerungstest absolvieren. Wer als Deutscher zur Welt kam, braucht das nicht. Ein Glück für die Redakteure der Am […]
Ich bin zu alt für diesen Scheiß
Quelle: Jetzt bewerben: Großes Bikini-Fotoshooting mit PNP-Leserinnen Ich bin zu alt für diesen Scheiß PNP-online am 21. Juni 2016: „Endlich Sommer! Endlich raus an den See und auf die Liegewiese! Doch welcher Bikini bringt weibliche Formen am besten zur Geltung?“ Eine Einleitung, die Grundschüler kaum putziger formuliert hätten – sozusagen als Werbetexter, als Werbetexterin im Startloch.
Der so selten glückende szenische Einstieg
Quelle: Skellig Michael in Irland: Mächtige Insel und „Star Wars“-Drehort „Warmschreiben“ nennt E. A. Rauter die Unsitte so vieler Journalisten, erst spät in ihrem Text mit dem Eigentlichen herauszurücken. Warmschreiben, schreibt Rauter, diene einzig dem Autor, doch der solle den Leser mit seiner Unzulänglichkeit, bitteschön, nicht behelligen; er stiehlt dem Leser Zeit.
Erschwinglich ist gut. Ist „erschwinglicher“ besser?
„Langstrecken“, heißt es im Blog-Beitrag auf ZON, „wurden im Lauf der Zeit immer erschwinglicher, die Distanzen dank neuer Technologien länger.“ Ein Satz, hingehudelt und nachlässig formuliert. Quelle: Die längsten Flugrouten der Welt Erschwinglich lässt sich nicht steigern Erschwinglich entstammt der Herrschaftssprache. Wenn einer reich ist,
Wer Fehler mit Eile entschuldigt
„Wer Fehler mit Eile entschuldigt, ist in diesem Beruf so fehl am Platz wie ein Notarzt, der nicht gern unter Zeitdruck arbeitet.“ Wilfried Seifert vom ORF über die Geneigtheit von Redakteuren und Journalisten, die eigenen Fehler zu bagatellisieren. (Zitiert nach Wolf Schneider „Deutsch für Kenner“)
„Boulevard morbide“: Passauer Neue Presse
Fünf Aufmacher – viermal davon ein Todesthema. Das große Ladensterben Ein Mensch verbrennt Ein Bursche bis in den Tod (wobei der Artikel nicht erklärt, was die Überschrift andeutet: den Tod) und schließlich: Ein Flugzeugabsturz mit 66 Toten. Ich wiederhole: ein Absturz – kein Absturtz, wie es der Redakteur uns einreden will. Was daran ist nun bemerkenswert?
Äh, wie nun?
Ihr da draußen: Ratet ihr mit? Was könnte hier falsch sein oder zumindest reichlich unpräzise? Gefunden auf zeit.de am 14. Mai 2016 um 15.27 Uhr. Hier meine Antwort.
Antwort auf den Beitrag „Äh, wie nun?“
Auf zeit.de war am 14. Mai 2016 folgender Anriss zu lesen: Kann Apple Music die Musiksammlung auf der Festplatte löschen? Das behauptete ein Nutzer. Möglicherweise steckt bloß ein seltener Softwarefehler dahinter. Möglicherweise steckt bloß ein seltener Softwarefehler dahinter. Der Satz ist falsch in mancherlei Hinsicht. Wenn mir ein Journalist „möglicherweise“ bietet, sagt er damit möglicherweise:
Die Stadt Passau ist eine Schuldner-Hochburg
Quelle: Die Stadt Passau ist eine Schuldner-Hochburg Was denkt sich Otto-Normal-Leser bei dieser Überschrift? Nichts anderes als das, was dort steht: dass die Stadt Passau überschuldet ist. Passau, die Stadt, die Verwaltung, ihre offizielle Struktur. Was denkt sich der gewiefte, der professionelle Leser bei dieser Überschrift? Nichts anderes als das, was dort steht: dass die […]