Moritz von Uslar. Gedankenschnipsel

„Im Saunabad Vabali in Berlin-Moabit trifft sich die besser verdienende Hälfte der Gesellschaft“, schreibt Moritz von Uslar. Ich wusste nicht, dass Deutschland geteilt ist in zwei Hälften: Zur einen zählen die schlechter verdienenden Menschen, zur anderen die, von denen er schreibt.

Haarspalterei oder notwendige Korrektur?

In meinem jüngsten Post habe ich folgenden Satz geschrieben: Beim Schreiben wird das genusbestimmende Substantiv (das Café) nicht mehr mitgedacht, nicht mehr erinnert; das Geschlecht des näheren Substantivs (die Besitzerin) verleitet die Autorin zum falschen Gebrauch des Possessivpronomens. Dieser Satz ist missverständlich. Richtig ist: … das Geschlecht des näheren Substantivs (die Besitzerin) verleitet die Autorin […]

Falsches Genus: durch Nachbarschaft camoufliert

  „Auch das nahe Café Komet und deren Besitzerin Halley sind ein Glückstreffer.“ So steht es in der Amazon-Beschreibung zu einem, wie der Text meint, „einfühlsamen Roman“. Ein Fehler, der beinahe täglich in den Zeitungen auftaucht, selbst in sogenannten Qualitätsmedien wie der FAZ; ein Fehler, der sich ausbreitet. Meine Vermutung: Beim Schreiben wird das genusbestimmende Substantiv (das […]

Fast vorbei ist auch daneben

Sollte die Überschrift in Ihrem Kopf ein wolkiges Gefühl auslösen, möchte ich Ihnen gratulieren: Mit Ihrem Sprachempfinden ist alles in Ordnung!* Wie aber geht es Ihnen bei folgendem Satz?

Mein Unwort des Jahres: toll

Wer früher Wahnsinn benennen wollte, bediente sich des Wortes »toll« – enthalten noch in der Tollkirsche (Atropa belladonna) und in der Tollwut.  Wahnsinn bewohnt das Tollhaus. Man trieb es zu toll, wenn man über jedes vernünftige Maß hinaus aß oder trank, denn dann kam es toller, was bedeutete: Es wurde schlimmer. Die ursprüngliche Bedeutung ahnen […]

Boulevard und verlogene Presse

„Kunst ist anstrengend“, seufzte meines Freundes Mutter und verließ nach einer Viertelstunde die Alte Pinakothek, München, Richtung Kaufhaus Beck am Rathauseck. Boulevard, ich wiederhole mich, ist hohe Kunst. Sie emotionalisiert